Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Theologisch'

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude

Montag, 10. Januar 2011 11:27

Ich habe schon lange nicht mehr so ein berührendes Lied gehört, wie gestern im Gottesdienst.  Es wurde 1736 von Johann Ludwig Konrad Allendorf geschrieben und bei uns mit Violine, klassischer Gitarre und Gesang begleitet.  Auf YouTube habe ich leider keine gute Aufnahme gefunden. Aber viel wichtiger ist ja der Text:

1) Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde, erzählet’s den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

2) Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

3) Jesus ist kommen, der starke Erlöser,
bricht dem gewappneten Starken ins Haus,
sprenget des Feindes befestigte Schlösser,
führt die Gefangenen siegend heraus.
Fühlst du den Stärkeren, Satan, du Böser?
Jesus ist kommen, der starke Erlöser.

4) Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens,
sein Tod verschlinget den ewigen Tod.
Gibt uns, ach höret’s doch ja nicht vergebens,
ewiges Leben, der freundliche Gott.
Glaubt ihm, so macht er ein Ende des Bebens.
Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens.

5) Jesus ist kommen, der König der Ehren;
Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt!
Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren;
öffnet ihm Tore und Türen fein bald!
Denkt doch, er will euch die Krone gewähren.
Jesus ist kommen, der König der Ehren.

6) Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden,
Sünden der ganzen Welt träget dies Lamm.
Sündern die ewge Erlösung zu finden,
stirbt es aus Liebe am blutigen Stamm.
Abgrund der Liebe, wer kann dich ergründen?
Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden.

7) Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden:
komme, wen dürstet, und trinke, wer will!
Holet für euren so giftigen Schaden
Gnade aus dieser unendlichen Füll!
Hier kann das Herze sich laben und baden.
Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.

8) Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.
Hochgelobt sei der erbarmende Gott,
der uns den Ursprung des Segens gegeben;
dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod.
Selig, die ihm sich beständig ergeben!
Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

9) Jesus ist kommen, sagt’s aller Welt Enden.
Eilet, ach eilet zum Gnadenpanier!
Schwöret die Treue mit Herzen und Händen.
Sprechet: wir leben und sterben mit dir.
Amen, o Jesu, du wollst uns vollenden.
Jesus ist kommen, sagt’s aller Welt Enden.

Thema: Theologisch | Kommentare (1) | Autor: khaering

The Book of Eli

Dienstag, 2. März 2010 9:27

Haben wir uns vergangene Woche in einem kleinen Saal im Regina-Palast angeschaut. (Wenn es sich vermeiden lässt, seh ich mir vorher keinen Trailer an – hab ich mir abgewöhnt. Deshalb will ich auch hier möglichst nichts über die Story schreiben. Ihr werdet viel Blut sehen, hier und da mal eine abgeschlagene Hand, einen rollenden Kopf, eine angedeute Vergewaltigung, Morde, Morde, Morde. Kinder sollten da echt zu hause bleiben. Aber trotz diesen blutrünstigen Szenen ist er sehenswert. Er regt zum Nachdenken an (Armut, Konsumgesellschaft, Ich-Bezogenheit, das Leid der Anderen) und hat mit Denzel Washington keinen strahlenden Helden, aber einen der regelmäßig Bibel liest, betet, fest auf Gott vertraut und sieht, dass er selbst große Fehler macht. Super Darsteller, tolle Aufnahmen, gute Musik, interessante Wendungen und kein Psycho-Thriller. Ansehen!
(Wikipedia: “Postapokalyptischer Sci-Fi-Actionfilm”)

Thema: Theologisch | Kommentare (1) | Autor: khaering

Liebe installieren

Mittwoch, 24. Februar 2010 12:49

Gefunden bei:  Bibelkreis München bzw. Blog of Johannes.

Anruf bei einer Service-Hotline:

Anrufer:
Hallo, ich hab hier ein neues Programm, das würde ich gern auf meinem persönlichen System installieren. Es heißt LIEBE. Was soll ich denn da als erstes machen?

Hotline:
Auf Ihrer Festplatte gibt es eine Partition, die heißt HERZ. Haben Sie die?

Anrufer:
Ach so, das ist der Trick! Ich hab’s immer auf der Hauptpartition KOPF versucht. Na gut, ich probier das mal – Mist, HERZ ist aber ziemlich voll!

Hotline:
Machen Sie mal den Task-Manager auf und gucken unter “Prozesse”. Was läuft denn da so?

Anrufer:
Oh je, Alte_Verletzungen.exe, Groll.com, Geiz.com, Ablehnung.exe und lauter so Zeug. Vor allem Hass.exe – boah, das krallt sich fast den ganzen Speicher!

Hotline:
Kein Problem. LIEBE wird vieles davon automatisch aus Ihrem Betriebssystem raushauen. Manches bleibt zwar im Hintergrund aktiv, wird aber keine anderen Programme mehr stören. Alte_Verletzungen.exe und Geiz.com müssen Sie aber vor der Installation selber vollständig löschen.

Anrufer:
Nein! Das ist ein ganz wichtiges gutes altes Stück! Das hat mich Jahrzehnte gekostet, all die Komponenten dafür zu sammeln! Muss das wirklich raus?

Hotline:
Ja, das ist unumgänglich. Gehen Sie ins Startmenü und suchen Sie Zubehör/Verzeihung. Das lassen Sie so oft laufen, bis Geiz.com und die Alten_Verletzungen vollständig raus sind.

Anrufer:
Na gut, wenn’s sein muss. LIEBE ist mir einfach so sehr empfohlen worden, das Ding will ich unbedingt hier laufen haben! So, geschafft … He! Da steht jetzt: “ERROR 490 – Programm läuft nicht auf internen Komponenten”. Was soll denn das?

Hotline:
Nichts Schlimmes, ist ein altbekanntes Problem. Es bedeutet, dass LIEBE für externe HERZEN konfiguriert ist, aber auf Ihrem eigenen ist es noch nicht gelaufen. Das ist eine von diesen ganz komplizierten Sachen. Ich sag’s mal so: Sie müssen zunächst Ihr eigenes Gerät lieben, bevor es andere lieben kann.

Anrufer:
Hä?

Hotline:
Können Sie den Ordner Selbstakzeptanz finden?

Anrufer:
Ja, hab ich.

Hotline:
Wunderbar. Klicken Sie auf die folgenden Dateien und kopieren Sie die in den Ordner MEINHERZ, und zwar: Selbstvergebung.doc, Selbstschätzung.doc und Güte.txt. Außerdem bitte Selbstbeurteilung.exe aus allen Ordnern löschen und dann den Papierkorb leeren, sonst kommen die immer wieder zurück.

Anrufer:
LIEBE installiert sich jetzt ganz von selbst. Ist das gut so?

Hotline:
Ja, so gehört das. Nun sollte eine Nachricht auftauchen, dass sich LIEBE immer wieder neu lädt, so lange Ihre HERZ-Festplatte läuft. Sehen Sie diese Nachricht?

Anrufer:
Seh ich. Ist die Installation nun abgeschlossen?

Hotline:
Ja, aber denken Sie dran, dass Sie bis jetzt nur die Basisversion installiert haben. Sie müssen sich nun mit anderen HERZEN vernetzen, damit Sie an die Upgrades rankommen.

Anrufer:
Ok. Klasse! Mein HERZ lädt gerade eine wunderschöne Melodie. Auf meinem Bildschirm läuft Lächeln.mpg. Wärme.exe, Friede.exe, Zufriedenheit.doc und lauter so Sachen breiten sich gerade im Speicher aus. Fühlt sich gut an!

Hotline:
Fein. Damit ist LIEBE installiert und läuft. Von diesem Punkt an sollten Sie gut alleine weiterkommen.

Anrufer:
Jetzt brauchen Sie sicher meine Kontonummer wegen der Abbuchung.

Hotline (lacht):
Nein, LIEBE ist Freeware. Geben Sie das Programm bitte an jeden weiter, den Sie treffen, mit allen Komponenten. Die Leute werden es dann ihrerseits weiterverbreiten, und ich wette, dass Sie dann von denen eine Menge ganz feiner neuer Module zurückbekommen.

Anrufer:
Gebongt, will ich gern machen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Thema: Theologisch | Kommentare (0) | Autor: khaering

Gottesfurcht ganz positiv

Montag, 11. Januar 2010 21:46

Wenn ich merke, dass ich einfach so vor mich hin lebe und meine Gebete kürzer werden, mein Bibellesen nur Zeitlücken füllt, dann überlege ich, wie ich das ändern kann.

Auch im Alltag für Gott “Feuer und Flamme” sein – wie geht das?

Ich persönlich bin ja ein Not-Beter.  Wenn es mir  gut geht und nichts Negatives meinen Tagesablauf, meine Kontinuität erschüttern lässt, dann sind meine Gebete sehr kurz, wiederkehrend und fordern keinen zeitlichen Aufwand. Beim Bibellesen ist das anders. Ich kann ein ganz fleißiger Leser sein, obwohl meine Beziehung zu Gott längst unterdrückt, abgebrochen, eingeschlafen ist.

Der Pfarrer Wilhelm Busch (und vielleicht nicht nur er) sagte einmal in seiner Predigt vom Februar 1966 in Bad Cannstatt (und vielleicht nicht nur dort), dass es nicht drauf ankommt, an Gott zu glauben. Der Teufel glaubt auch an Gott, er ist kein Atheist. Dadurch, dass wir wissen, dass Gott existiert, werden wir nicht errettet.

Wenn ich so vor mich hin leb und nur weiß, das Gott existiert, aber alles andere vergessen habe, dann muss ich mal wieder HANDELN, aus dem warmen Zelt kommen und mich zur Nachfolge aufmachen. Damit ich den lebendigen Gott ernst nehme und weiß: MEIN ERLÖSER LEBT!  Zwei Sachen helfen mir in so einer Situation besonders: Predigten von Wilhelm Busch, dem Jugendpfarrer aus Essen, die man hier runterladen kann (richtige Erwecker) und Psalm 25.  Ich empfehle ihn mal ganz zu lesen und erwähne hier stellvertretend nur 2 Verse.

Vers 12: Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet? Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll.

Vers: 14 Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen.

Ehrlich gesagt, hatte ich immer so meine Probleme mit dem Wort “den Herrn fürchten”. Denn es heißt ja auch, dass wir ohne Furcht und voller Zuversicht zu Gott kommen können (Epheser 3,12). Wie passt das zusammen? In der Neues-Leben-Bibelübersetzung heißt es nicht “den Herrn fürchten” sondern “den Herrn ernst nehmen”! Überlegt mal was das heißt!! Gott ist der Schöpfer von Himmel und Erde, er hat uns im Mutterleib geformt, er ist der Allmächtige, dessen Pläne keiner aufhalten kann. Und so passt beides zusammen, so kommt auch nach Epheser 3,12 ein Epheser 3, 14:  “Ich kann nur meine Knie beugen vor Gott, dem Vater, dem Vater von allem, was im Himmel und auf der Erde ist.”

Wenn ich also merke, dass ich “schlafe”, überlege ich mir, was es bedeutet, Gott ernst zu nehmen und bin wieder “Feuer und Flamme”, gestärkt und hörend, bereit zum Handeln.

Thema: Theologisch | Kommentare (0) | Autor: khaering

Die Abschaffung des Menschen

Dienstag, 29. Dezember 2009 1:14

Über die Weihnachtsfeiertage habe ich viel gelesen, denn in unserer Familie ist es allgemein üblich, viele Bücher zu schenken. So hab ich auch C.S. Lewis‘ Die Abschaffung des Menschen gleich verschlungen, nachdem ich es unterm Weihnachtsbaum hervorgeholt hatte.

Das Buch besteht aus drei Teilen und gibt so den Inhalt dreier Vorlesungen wieder, die Lewis im Februar 1943 an der englischen Durham University hielt.

Ausgehend von einem englischen Schulbuch, das er hier “das grüne Buch” nennt und deren Autoren er fast spöttisch die Decknamen Gaius und Titius verleiht, geht es im Prinzip um Verwerfung und Anerkennung objektiver Werte und was daraus folgt.

Die von ihm verwendete Benennung “Tao” ist meines Erachtens etwas unglücklich gewählt, will aber vielleicht aufzeigen, dass ein gewisser Werte-Pool nicht nur im christlich geprägten Raum, sondern in nahezu allen Kulturen und Religionen existiert und Werte so durchaus objektiv sein können.

Dem ersten Teil der dritten Vorlesung habe ich wenig entnehmen können, aber das liegt vielleicht daran, dass nicht immer alles zeitlos ist, was große Meister schreiben.

Nachfolgend nun ein paar Ausschnitte, aber nur als Anreiz zum Selberlesen.

Auf jeden Schüler, dem man vor einem leichten Überschwang an Empfindsamkeit bewahren muss, kommen drei, die es aus dem Schlummer kalter Gefühlslosigkeit zu wecken gilt. Die Aufgabe des modernen Erziehers besteht nicht darin, Dschungel auszuhauen, sondern Wüsten zu bewässern. Die richtige Abwehr gegen  falsche Gefühle besteht in der Vermittlung echter. Wenn wir das Empfindungsvermögen unsrer Schüler verkümmern lassen, machen wir sie zu einer umso leichteren Beute für Propagandisten. Denn die ausgehungerte Natur rächt sich, und ein hartes Herz ist kein unfehlbarer Schutz vor einem weichen Hirn.

Wir verlachen die Ehre und sind verletzt, Verräter unter uns zu finden.

Der menschliche Geist hat ebensowenig die Macht, einen neuen Wert zu erfinden, wie eine neue Primärfarbe auszudenken oder eine neue Sonne und ein neues Firmament für ihren Lauf zu erschaffen.

Liberalität in Dingen, die nicht von letzter Bedeutung sind, ist nützlich. Liberalität dagegen hinsichtlich der letzten Fundamente, der Theoretischen und Praktischen Vernunft, ist Schwachsinn.

Ich bezweifle sehr, ob es das Beispiel eines einzigen Menschen gibt, der, die überlieferte Sittlichkeit hinter sich lassend, zu Macht gelangt ist und diese Macht mit Wohlwollen ausgeübt hat.

Der Prozess, der, falls man ihm nicht Einhalt gebietet, den Menschen zerstören wird, spielt sich unter Kommunisten und Demokraten genauso augenfällig ab wie unter Faschisten. Die Methoden mgen sich zunächst in der Brutalität unterscheiden. Aber manch ein sanftäugiger Naturgelehrter mit Zwicker, manch ein erfolgreicher Dramatiker, manch ein Amateurphilosoph in unserer Mitte verfolgt auf die Länge genau dasselbe Ziel wie die herrschenden Nazis in Deutschland. Das traditionelle Wertesystem soll “abgetakelt” und die Menschheit in eine neue Form umgeprägt werden, ach dem Willen (einem, wie gezeigt, unberechenbaren Willen) einiger glücklicher Leute der einen glücklichen Generation, die gelernt hat, wie man es macht.

Thema: Theologisch | Kommentare (2) | Autor: khaering