Beiträge vom Januar, 2010

Einstellen: Three Figure Scheme vs. Interessenkreise

Mittwoch, 13. Januar 2010 22:29

Das letzte Mal hatte ich ja bereits Praktikums-Tätigkeiten aufgelistet und dabei z.B. die Rechnungsbearbeitung in Bibliotheca nicht erwähnt. Gestern kam in der Patientenbibliothek noch das Folieren der Bücher hinzu. Hier macht es sich wirklich bezahlt, dass die ekz-Folie reversibel ist… Heute wurde ich etwas ins kalte Wasser geschmissen und habe die Öffnungszeiten der Fachbibliothek übernommen, während die restliche Besatzung in einer Besprechung verwickelt war. Da wir diese Woche auf die tadaa! automatisierte Ausleihe umgestellt haben, muss ich in der Zeit des Übergangs noch beides bedienen – Benutzerklappkarten &Co und Bibliotheca. Auf jeden Fall spannend, sowas mitzuerleben.

An das Einstellen (reshelving)  habe ich mich langsam gewöhnt. In Cambridge hatte ich gemeinsam mit zwei anderen Bibliothekarinnen immer den Bereich 520-569 der Klassifikation, d.h. eine Etage der Nordfront und ein bis zwei mit Büchern gefüllte Trolleys.

Ich habe mich richtig in das hauseigene “three figure scheme” verliebt. Hab fleißig klassifiziert und finde es sehr schade, dass sie nirgendwo anders anwendung findet, weil das heißt, dass ich sie nie wieder benutzen werde.

Sieht die Signatur so aus : 534.15.c.200.33 handelt es sich um ein wissenschaftlich relevantes Buch über das gesellschaftliche Leben und Bräuche im 20. Jh. in Europa (534.15). Außerdem kann man erkennen, dass es zwischen 2000 und 2050 erschienen ist (.200) und der Buchrücken zwischen 22 und 25 cm lang ist (.c). Und es ist das 33. Buch, das diese Kriterien erfüllte.

Anderes Beispiel: 69.01.b.33.3 69 zeigt an, dass es sich um die Geschichte der Katholischen Kirche dreht, .01 zeigt an, dass es eine Reihe ist, b zeigt, dass es 26-31cm hoch ist, 33 bedeutet, es ist die 33. Reihe, die die Kriterien 69.01.b erfüllte, .3 zeigt an, dass es sich um den dritten Band dieser Reihe handelt.

Aufstellung: Jeder Raum bildet einen Teil der Klassifikation ab (z.B. 520-569). Ganz hinten stehen die Periodika, der restliche Platz wird von den Monographien eingenommen. Periodika können leicht am vorangestellten P erkannt werden (P 539…). Diese beiden Gruppen sind in sich zuerst nach Format aufgestellt, so dass es die Bereiche a, b, c und d gibt (a ganz groß, d ganz klein). Bücher die größer als 41 oder kleiner als 17cm sind, stehen im Magazin. Wiedererkennungswert: Die Beschilderung der Regale mit den Büchern des Formats d sind grün, die für c gelb usw.  Aufstellung nach Format macht Sinn, wenn man bedenkt, dass zwei Millionen Bücher in der Freihand stehen. Innerhalb des Formats stehen die Bücher dann entsprechend ihrer Klasse, Reihe. Als letztes Ordnungsmerkmal gilt dann die laufende Nummer, die sich am Ende der Signatur findet.

So stellt man also in Cambridge ein. Man kommt morgens zur Arbeit, macht den Rechner an und geht z.B.  zur 4. Etage der Nordfront (es gibt auch noch den Nördlichen Flügel und all das in anderen Himmelsrichtungen) um dort seine Bücherwagen vorzufinden und etwa 15-45 min einzustellen. Das macht so ziemlich jeder.

In meiner kleinen Patientenbibliothek gibt es ein nettes kleines Fach, das man ja selbst gefüllt hat. Wenn gerade nichts anderes ansteht, oder das Fach recht voll wirkt, stellt man die Bücher einfach wieder ein. Achso: nach ekz- und eigenen Themenkreisen. Z.B. Krimi. Wenn der Themenkreis drei Regalböden oder mehr umfasst, wird alphabetisch nach Verfasser und anonymen Sachtiteln geordnet. Das war’s. Und es reicht für eine Ein-Zimmer-Bibliothek voll aus.

Wie unterschiedlich die Arbeit in Bibliotheken doch sein kann.

Thema: Bibliothekarisch | Kommentare (0) | Autor: khaering

Update zum Praktikum

Montag, 11. Januar 2010 23:51

Ich habe bereits fünf Wochen meines derzeitigen Praktikums “verarbeitet”, ist also längst Zeit, mal etwas Genaueres zu berichten. Ich bin montags und mittwochs in der Fachbibliothek, dienstags, donnerstags und freitags in der Patientenbibliothek eines Krankenhauses.

In der Patientenbibliothek sitze ich an der Ausleihtheke und liefere mich voll und ganz den Benutzern aus. Nebenbei retrokatalogisiere ich, stelle die Bücher wieder ein, mache Aussonderungsvorschläge, bearbeite die Zeitschriften, bald darf ich auch in den Veranstaltungen etwas mitmischen, Saxophon spielen, Stationsausleihe mit Bücherwagen… Ich bin übrigens gar kein Fan von Bibliotheca.

In der Fachbibliothek schreibe ich eine Excel-Standorttabelle für das Zeitschriften-Magazin – vorbereitende Arbeiten für den Magazin-Umzug, habe eine ganze Loseblatt-Sammlung wieder in eine logische Ordnung gebracht und katalogisiert, dann kommt noch die technische Buchbearbeitung hinzu, Posteingang, ein wenig Statistik, Bücher einstellen, Aliens suchen (vermisste/verstellte Bücher), Übersetzungsarbeit im Rahmen der Erstellung einer Kinderbroschüre des Krankenhauses (Englisch, Russisch, Spanisch, haha, wirklich wahr…), Erstellung einer Datei für englische Benutzergespräche (Kurzvorstellung der Bibliothek, Ausleihe, Anmeldung, Service,…)

Vielleicht hab ich etwas vergessen, aber es sieht eigentlich recht vollständig aus. Alles in allem viel typische Praktikantenarbeit. Aber was ich mir gewünscht habe, der enge Kontakt zu den Benutzern, Beratung, Ausleihe usw., ist eben auch dabei!

Ach ja: ich hab nur noch 25% von der Pausenzeit, die ich in Cambridge hatte…

Thema: Bibliothekarisch | Kommentare (0) | Autor: khaering

Gottesfurcht ganz positiv

Montag, 11. Januar 2010 21:46

Wenn ich merke, dass ich einfach so vor mich hin lebe und meine Gebete kürzer werden, mein Bibellesen nur Zeitlücken füllt, dann überlege ich, wie ich das ändern kann.

Auch im Alltag für Gott “Feuer und Flamme” sein – wie geht das?

Ich persönlich bin ja ein Not-Beter.  Wenn es mir  gut geht und nichts Negatives meinen Tagesablauf, meine Kontinuität erschüttern lässt, dann sind meine Gebete sehr kurz, wiederkehrend und fordern keinen zeitlichen Aufwand. Beim Bibellesen ist das anders. Ich kann ein ganz fleißiger Leser sein, obwohl meine Beziehung zu Gott längst unterdrückt, abgebrochen, eingeschlafen ist.

Der Pfarrer Wilhelm Busch (und vielleicht nicht nur er) sagte einmal in seiner Predigt vom Februar 1966 in Bad Cannstatt (und vielleicht nicht nur dort), dass es nicht drauf ankommt, an Gott zu glauben. Der Teufel glaubt auch an Gott, er ist kein Atheist. Dadurch, dass wir wissen, dass Gott existiert, werden wir nicht errettet.

Wenn ich so vor mich hin leb und nur weiß, das Gott existiert, aber alles andere vergessen habe, dann muss ich mal wieder HANDELN, aus dem warmen Zelt kommen und mich zur Nachfolge aufmachen. Damit ich den lebendigen Gott ernst nehme und weiß: MEIN ERLÖSER LEBT!  Zwei Sachen helfen mir in so einer Situation besonders: Predigten von Wilhelm Busch, dem Jugendpfarrer aus Essen, die man hier runterladen kann (richtige Erwecker) und Psalm 25.  Ich empfehle ihn mal ganz zu lesen und erwähne hier stellvertretend nur 2 Verse.

Vers 12: Wer ist der Mann, der den HERRN fürchtet? Er wird ihm den Weg weisen, den er wählen soll.

Vers: 14 Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen.

Ehrlich gesagt, hatte ich immer so meine Probleme mit dem Wort “den Herrn fürchten”. Denn es heißt ja auch, dass wir ohne Furcht und voller Zuversicht zu Gott kommen können (Epheser 3,12). Wie passt das zusammen? In der Neues-Leben-Bibelübersetzung heißt es nicht “den Herrn fürchten” sondern “den Herrn ernst nehmen”! Überlegt mal was das heißt!! Gott ist der Schöpfer von Himmel und Erde, er hat uns im Mutterleib geformt, er ist der Allmächtige, dessen Pläne keiner aufhalten kann. Und so passt beides zusammen, so kommt auch nach Epheser 3,12 ein Epheser 3, 14:  “Ich kann nur meine Knie beugen vor Gott, dem Vater, dem Vater von allem, was im Himmel und auf der Erde ist.”

Wenn ich also merke, dass ich “schlafe”, überlege ich mir, was es bedeutet, Gott ernst zu nehmen und bin wieder “Feuer und Flamme”, gestärkt und hörend, bereit zum Handeln.

Thema: Theologisch | Kommentare (0) | Autor: khaering

Wortschatzkiste: Serendipity

Mittwoch, 6. Januar 2010 22:09

Gefunden im – übrigens sehr lehrreichen – Weblog Biblionik von Lambert Heller. Im Artikel über den Katalog 2.0 schreibt er unter Punkt 2, dass ein Katalog 2.0 Freude am Entdecken von Informationen vermittelt. Dabei benutzt er ein Bild, das unser Prof. Hacker sehr gern und oft weitergibt: Die beste Bibliothek ist die, die einen Sachen finden lässt, die man gar nicht gesucht hat. Ich geh in die Bibliothek, um mir ein Buch über Meerschweinchen auszuleihen und entdecke tatsächlich die Wuppertaler Studienbibel auf CD-ROM!!!, oder so.

Der Begriff Serendipity bzw. Serendipität (…) bezeichnet eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist. Eure Wiki

Thema: Bibliothekarisch | Kommentare (2) | Autor: khaering

Wortschatzkiste: genuin

Mittwoch, 6. Januar 2010 21:52

Mein Wortschatz ist erweiterbar – deiner auch? In der mit dem Tag Wortschatzkiste versehenen Reihe möchte ich ab und zu Wörter vorstellen, die grob im Bereich Bibliothek+ angesiedelt und vielleicht nicht immer als Fachbegriffe zu werten sind. Wer weiß, wann man sie braucht.

genuin

Gefunden in einem Artikel in der Rubrik des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM, Bernd Naumann) über die Deutsche Digitale Bibliothek, sogar zweimal verwendet. Zusammenhang:

… Bereitstellung und Erhaltung von genuin digitalem Kulturgut …

… Bücher sind als Kulturgüter Teil der kulturellen Identität von Nationen und damit genuin öffentliche Güter …

Was bedeutet nun genuin? Übersetzt heißt es soviel wie angeboren, natürlich, in der Bildungssprache jedoch auch echt, ursprünglich, naturgemäß. Demzufolge ist ein genuin digitales Kulturgut kein Digitalisat, sondern ein von vornherein digitales Kulturgut.

Thema: Bibliothekarisch | Kommentare (0) | Autor: khaering