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Tag der Wissenschaft: Praktikertreff an der HTWK

Donnerstag, 27. Mai 2010 21:45

Heute hat die HTWK (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur) den alljährlichen Tag der Wissenschaft begangen. Die Bibliotheks- wissenschaftler haben sich dabei etwas von der Masse abgehoben, indem sie nicht der gängigen Interpretation gefolgt sind, sondern den Tag jedes Jahr der Begegnung von Wissenschaft und Praxis widmen.

Der hohe Praxisbezug an der HTWK zeigt sich in unserem Studiengang vor allem durch die verschiedenen Pflicht-Praktika und die Praxis-Projekte. Im Diplom-Studiengang sind 4 Wochen nach dem ersten Semester, 4 Wochen nach dem zweiten Semester, 6 Monate im fünften und nochmal 4 Wochen nach dem sechsten Semester obligatorisch. Dazu kommt ein Projekt mit etwa  vier Semesterwochenstunden. Wer sich näher informieren will, kann hier die Projektliste einsehen.

Die Veranstaltung – zu der etwa 20 Bibliothekare aus den verschiedensten Städten angereist kamen – war m.E. ein großer Erfolg. In diesem kleinen Rahmen konnten sich Praktikumsbeauftrage und andere Interessierte Bibliothekare kennenlernen, austauschen und auch wichtige Fragen an Professoren und Studenten loswerden.  Ich durfte einen Vortrag über mein Praktikum an der Bibliothek der Universität Cambridge halten und habe mich sehr über das interessierte Publikum gefreut. Es herrschte eine vertraute, freudige Stimmung, bei der sich keiner davor gescheut hat, seine Fragen zu stellen. Die Studiendekanin Frau Prof. Nikolaizig hat u.a. über die Bachelor- und Masterstudiengänge informiert und die Bibliothekare aufgerufen, auch Projekte an unseren Studiengang heranzutragen.  Weitere Studenten stellten ihre Projekte oder auch ihre Diplomarbeit mit Praxisbezug vor. Abgeschlossen wurde die zweistündige Veranstaltung mit Plaudereien bei Kaffee und Kuchen. Wer wollte, konnte anschließend noch an einer Führung in der neuen Hochschulbibliothek teilnehmen oder zum Hochschulsommerfest gehen. Kommst DU im nächsten Jahr auch?

Organisiert wurde das ganze von Friederike Kühn und Sara Finke – zwei Kommilitoninnen aus dem 6. Semester – als Projekt im Modul Öffentlichkeitsarbeit. Wissenschaft trifft Praxis.

Thema: Bibliothekarisch | Kommentare (2) | Autor: khaering

Praktikum an der Cambridge University Library: Ein kleines Fazit

Sonntag, 28. März 2010 23:34

Wenn ich so zurückblicke, sehe ich das absolvierte Praktikum an der UB Cambridge als sehr erfolgreich an und freue mich, so gefördert worden zu sein. Die Bibliothek bietet mit ihren weltweit einzigartigen Sammlungen und ihren wunderbar innovativen, jungen Bibliothekaren ein spannendes Arbeitsfeld, das es zu erforschen gilt.

Soweit ich das beurteilen kann, gibt es im Vergleich zu Deutschland viele Unterschiede in der Arbeitsweise und Einstellung der Bibliothekare und es war sehr interessant, zu entdecken, worin diese begründet sind.

Wissenschaftliches Bibliothekswesen in England, speziell die Struktur in Cambridge ist ganz anders als bei uns, auch was die Arbeitsabläufe betrifft. Wenn man nur Weg A kennt, hinterfragt man nicht, solang er funktioniert und weiß gar nicht, dass es auch einen Weg B gibt. Was das angeht, konnte ich mein Wissen, das ich bis jetzt im Schwerpunkt Management gesammelt habe gut anwenden, Strukturen offenlegen und überdenken, mir bewusst werden, was anders läuft.

Genial war die Tatsache, dass ich wenig „Praktikantenarbeit“ getan habe, sondern ähnliche Arbeiten, wie alle anderen verrichten durfte und die doch immer „carefully selected“  waren. Ich wurde eingegliedert und geschult und hatte einen Arbeitsplatz, wie jeder andere in der Abteilung, die gleiche Arbeitszeit, die gleichen Pausen, die gleiche intensive und pädagogisch-didaktisch wertvolle Einführung plus einige Extras. Die Betreuung war die beste, die ich bisher erlebt habe. Es wurde sehr viel Zeit für mich investiert und vieles arrangiert, z.B. Bibliothekseinführungen in Cambridge und London, passend zu meinen Interessen. Es hat ein positives und eifriges Arbeitsklima vorgeherrscht, ich hatte liebe, junge, engagierte Kollegen, die auch viel Freizeit mit mir verbracht haben und sich darum sorgten, dass es mir gutging. Alles in allem könnte ich mir keine schönere Arbeitsstelle vorstellen.

Ich habe herausgefunden, dass ich ins Wissenschaftliche Bibliothekswesen  gehöre und bin begeistert von den Möglichkeiten (berufliche Weiterbildung, selbstständige Weiterbildung), die eine UB bieten kann, sowie der Tatsache, dass man mit bzw. für Wissenschaftler jeder Art arbeitet (obgleich der Rahmen in Deutschland noch etwas größer gefasst ist).

Ich möchte ein Praktikum in der Cambridge University Library jedem ans Herz legen, der überlegt, in Richtung Wissenschaftliches Bibliothekswesen zu gehen und stehe gern für Fragen bereit: katharinahaering[AT]gmail.com

Thema: Bibliothekarisch | Kommentare (0) | Autor: khaering

Einstellen: Three Figure Scheme vs. Interessenkreise

Mittwoch, 13. Januar 2010 22:29

Das letzte Mal hatte ich ja bereits Praktikums-Tätigkeiten aufgelistet und dabei z.B. die Rechnungsbearbeitung in Bibliotheca nicht erwähnt. Gestern kam in der Patientenbibliothek noch das Folieren der Bücher hinzu. Hier macht es sich wirklich bezahlt, dass die ekz-Folie reversibel ist… Heute wurde ich etwas ins kalte Wasser geschmissen und habe die Öffnungszeiten der Fachbibliothek übernommen, während die restliche Besatzung in einer Besprechung verwickelt war. Da wir diese Woche auf die tadaa! automatisierte Ausleihe umgestellt haben, muss ich in der Zeit des Übergangs noch beides bedienen – Benutzerklappkarten &Co und Bibliotheca. Auf jeden Fall spannend, sowas mitzuerleben.

An das Einstellen (reshelving)  habe ich mich langsam gewöhnt. In Cambridge hatte ich gemeinsam mit zwei anderen Bibliothekarinnen immer den Bereich 520-569 der Klassifikation, d.h. eine Etage der Nordfront und ein bis zwei mit Büchern gefüllte Trolleys.

Ich habe mich richtig in das hauseigene “three figure scheme” verliebt. Hab fleißig klassifiziert und finde es sehr schade, dass sie nirgendwo anders anwendung findet, weil das heißt, dass ich sie nie wieder benutzen werde.

Sieht die Signatur so aus : 534.15.c.200.33 handelt es sich um ein wissenschaftlich relevantes Buch über das gesellschaftliche Leben und Bräuche im 20. Jh. in Europa (534.15). Außerdem kann man erkennen, dass es zwischen 2000 und 2050 erschienen ist (.200) und der Buchrücken zwischen 22 und 25 cm lang ist (.c). Und es ist das 33. Buch, das diese Kriterien erfüllte.

Anderes Beispiel: 69.01.b.33.3 69 zeigt an, dass es sich um die Geschichte der Katholischen Kirche dreht, .01 zeigt an, dass es eine Reihe ist, b zeigt, dass es 26-31cm hoch ist, 33 bedeutet, es ist die 33. Reihe, die die Kriterien 69.01.b erfüllte, .3 zeigt an, dass es sich um den dritten Band dieser Reihe handelt.

Aufstellung: Jeder Raum bildet einen Teil der Klassifikation ab (z.B. 520-569). Ganz hinten stehen die Periodika, der restliche Platz wird von den Monographien eingenommen. Periodika können leicht am vorangestellten P erkannt werden (P 539…). Diese beiden Gruppen sind in sich zuerst nach Format aufgestellt, so dass es die Bereiche a, b, c und d gibt (a ganz groß, d ganz klein). Bücher die größer als 41 oder kleiner als 17cm sind, stehen im Magazin. Wiedererkennungswert: Die Beschilderung der Regale mit den Büchern des Formats d sind grün, die für c gelb usw.  Aufstellung nach Format macht Sinn, wenn man bedenkt, dass zwei Millionen Bücher in der Freihand stehen. Innerhalb des Formats stehen die Bücher dann entsprechend ihrer Klasse, Reihe. Als letztes Ordnungsmerkmal gilt dann die laufende Nummer, die sich am Ende der Signatur findet.

So stellt man also in Cambridge ein. Man kommt morgens zur Arbeit, macht den Rechner an und geht z.B.  zur 4. Etage der Nordfront (es gibt auch noch den Nördlichen Flügel und all das in anderen Himmelsrichtungen) um dort seine Bücherwagen vorzufinden und etwa 15-45 min einzustellen. Das macht so ziemlich jeder.

In meiner kleinen Patientenbibliothek gibt es ein nettes kleines Fach, das man ja selbst gefüllt hat. Wenn gerade nichts anderes ansteht, oder das Fach recht voll wirkt, stellt man die Bücher einfach wieder ein. Achso: nach ekz- und eigenen Themenkreisen. Z.B. Krimi. Wenn der Themenkreis drei Regalböden oder mehr umfasst, wird alphabetisch nach Verfasser und anonymen Sachtiteln geordnet. Das war’s. Und es reicht für eine Ein-Zimmer-Bibliothek voll aus.

Wie unterschiedlich die Arbeit in Bibliotheken doch sein kann.

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Update zum Praktikum

Montag, 11. Januar 2010 23:51

Ich habe bereits fünf Wochen meines derzeitigen Praktikums “verarbeitet”, ist also längst Zeit, mal etwas Genaueres zu berichten. Ich bin montags und mittwochs in der Fachbibliothek, dienstags, donnerstags und freitags in der Patientenbibliothek eines Krankenhauses.

In der Patientenbibliothek sitze ich an der Ausleihtheke und liefere mich voll und ganz den Benutzern aus. Nebenbei retrokatalogisiere ich, stelle die Bücher wieder ein, mache Aussonderungsvorschläge, bearbeite die Zeitschriften, bald darf ich auch in den Veranstaltungen etwas mitmischen, Saxophon spielen, Stationsausleihe mit Bücherwagen… Ich bin übrigens gar kein Fan von Bibliotheca.

In der Fachbibliothek schreibe ich eine Excel-Standorttabelle für das Zeitschriften-Magazin – vorbereitende Arbeiten für den Magazin-Umzug, habe eine ganze Loseblatt-Sammlung wieder in eine logische Ordnung gebracht und katalogisiert, dann kommt noch die technische Buchbearbeitung hinzu, Posteingang, ein wenig Statistik, Bücher einstellen, Aliens suchen (vermisste/verstellte Bücher), Übersetzungsarbeit im Rahmen der Erstellung einer Kinderbroschüre des Krankenhauses (Englisch, Russisch, Spanisch, haha, wirklich wahr…), Erstellung einer Datei für englische Benutzergespräche (Kurzvorstellung der Bibliothek, Ausleihe, Anmeldung, Service,…)

Vielleicht hab ich etwas vergessen, aber es sieht eigentlich recht vollständig aus. Alles in allem viel typische Praktikantenarbeit. Aber was ich mir gewünscht habe, der enge Kontakt zu den Benutzern, Beratung, Ausleihe usw., ist eben auch dabei!

Ach ja: ich hab nur noch 25% von der Pausenzeit, die ich in Cambridge hatte…

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Was ich in Cambridge gemacht habe

Montag, 21. Dezember 2009 17:46

  • katalogisiert –> MARC21 kennengelernt
  • klassifiziert
  • allerhand Makros benutzt…
  • Bibliothekssoftware Voyager gehandhabt
  • Grundkurs Hebräisch belegt
  • Entering am handschriftlichen Katalog
  • Binding decisions
  • Jeden Mittwoch in der Musikabteilung zweitrangige Literatur katalogisiert
  • Magazinarbeit, Boxing, Dublettenprüfung …
  • Liste von Verlagen erstellt, die u.a. deutschsprachige Bücher mit rechtsradikalem Gedankengut verlegen
  • Nähere Einführung in die Abeiteilungen:  Europäische Sammlungen, Rara, Erwerbung, Genizah Project, Musik
  • Besuch von einstündigen Veranstaltungen zur Erweiterung der Recherche-Kompetenz:
  • Manuscripts
  • Music resources at the Pendlebury Library and UL
  • Open access: e-theses
  • Rare Books
  • The Royal Commonwealth Society Library
  • Teilnahme an 3-4-stündigen Weiterbildungen für Angestellte der Universität
  • Web Authoring: Beyond the Basics (Level 2) – HTML
  • Web Authoring: DreamWeaver Introduction (Level 4)
  • Web Authoring: CSS and Tables (Level 3)
  • Web Authoring: CSS Next Steps (Level 4) part 1
  • Web Authoring: CSS Next Steps (Level 4) part 2
  • Ebooks for librarians
  • Besuch anderer Bibliotheken
  • Pendlebury Library (Fakultaetsbibliothek fuer Musik, spezielle 1,5-stuendige Tour und Einfuehrung durch die Bibliothekarin)
  • Divinity Library (Fakultaetsbibliothek fuer Theologie, spezielle 1,5-stuendige Tour und Einfuehrung durch die die Bibliothekarin)
  • Royal College of Music Library (in London, spezielle eintaegige Einfuehrung in die Bereiche
    • reader services
    • cataloguing
    • systems management
    • AV library
    • orchestra/choral librarianship
    • periodicals and electronic resources)
  • British Library (in London, spezielle zweistuendige Fuehrung)
  • Public Library (private Erkundung)

Thema: Bibliothekarisch | Kommentare (1) | Autor: khaering